Die Zeit nach den beiden Weltkriegen
Eine große Lücke in die Reihen des Vereins riss der 1.Weltkrieg: 80 Mitglieder zogen mit an die Front und 18 kehrten nicht wieder heim.Im Frühjahr 1919 nahmen die alten Mitglieder den Turnbetrieb wieder richtig auf. Geräte und Vereinseigentum waren durch die Abwesenheit der meisten Mitglieder, entweder abhanden gekommen oder unbrauchbar geworden. Die nachfolgende Inflation ließ Neues zu erwerben nicht zu. Aber der Wille zum Aufbau brachte erstaunlich bald wieder neues turnerisches Leben in den Verein. Es wuchs eine stattliche Anzahl gewandter Turner heran. Bei Turnfesten konnten Vereinsriegen von 20-25 Turnern und 15-20 Turnerinnen gestellt werden, die auch bei Einzelleistungen viele Siege errangen. In dieser Zeit erwarb der TV den Turnplatz am Schwarzbach und jetzt konnte auch eine Handballabteilung gegründet werden. In diesen Jahren stand der TV in Blüte. Im Geräteturnen, bei der Leichtathletik, der Frauen- und Mädchenabteilung und beim Spiel beteiligten sich die Turner bei allen Turnfesten des Gaues und viele kehrten mit dem Eichenkranz geschmückt stolz nach Hause.
Dann kam der 2. Weltkrieg mit seinen schweren, furchtbaren Folgen. Fast alle Männer mussten zu den Waffen und in den Reihen der jungen Turner entstanden große Lücken: 43 sahen die Heimat nicht wieder. Nach dem Kriege gab es für den Sport in Deutschland schwere Zeiten. In Thaleischweiler entstand wohl eine Sportgemeinde, in welcher das Fußballspiel und auch das Ringen aufgebaut und gepflegt wurden, während das Turnen von den Besatzungsmächten verboten blieb. Im Dezember 1949 lockerten die Besatzer das Verbot und erlaubten die Gründung von Turnvereinen wieder. Sofort scharten sich einige alte Turner zusammen, um den Turnverein wieder ins Leben zu rufen. Unter viel Arbeit erhielten sie die Genehmigung zur Wiedergründungsversammlung, die dann am 7. Januar 1950 in der Gastwirtschaft Weidler stattfand. Sofort traten 64 Männer dem Verein bei. Ein Aufschwung begann und bald entstand ein rühriger Verein mit einer Geräteriege, einer Leichtathletikgruppe, einer Turnerinnenabteilung und einer starken Jugendabteilung.
In demselben Jahr feierte der Verein sein 70-jähriges Jubiläum. Ein solches Fest regte immer zu großem Eifer und größerer Anstrengung an und als Folge entstand ein neuer Aufschwung. Die Turner suchten nun auch auswärts Beteiligung, so 1954 beim TV Hüttigweiler, bei einem Geräteturnkampf mit dem TV Speyer und dem Besuch des Gauturnfestes in Rimschweiler, wo die Mannschaft mit der Note " hervorragend " abschnitt.
Auch die Führung des Westpfalzgaues übertrug dem Verein größere Aufgaben. Am 21.August 1955 fand hier das Gaujugendturnfest statt und 1958 richtete der Verein die Gaujugendbestenkämpfe aus. Der nächste Auftrag war die Durchführung des Gauturnfestes am 9. und 10. Juli 1960. Am 30.6. und 1.7.1962 fand das 80-jährige Jubiläumsfest statt. Das Jahr 1961 war ein sehr erfolgreiches Jahr der Leichtathleten, die bei vielen Wettkämpfen 1. Plätze belegten.